Golfen in Belek/Türkei (Rückblick auf 15 Jahre)

Die ungefähre Lage der derzeit 14 Golfanlagen Die ungefähre Lage der derzeit 14 Golfanlagen

Als wir vor 15 Jahren mit dem Wintergolf in Belek begannen, hat man die heute vierspurige Schnellstraße vom Flughafen bzw. von Antalya nach Belek mal nur rechts, mal links befahren können. Alles war im Aufbruch. Auch das Golfdorado. Gloria, National, Tatgolf und Nobilis. Schon üppig - aber es sollte sich ja noch gewaltig entwickeln. Ein paar Jahre darauf staunten wir, als für Pasha und Sultan die Rodungsarbeiten begannen. Ein enormes Tempo. Später bekam der Gloria sein 9-Loch-Verde mit Hotel dazu und noch später verschwand das alte Gloria-Clubhaus und das moderne neue Gebäude nahm den Old Course und den New Course und Verde unter seine Fittiche. Nobilis wurde zum Robinson Resort. Dazwischen entstanden der Kaya Eagles mit der immer noch unfertigen Hotel-Neubau-Ruine, daneben der noble Carya-Platz mit seinen weißen Bunkern und um das Sueno-Resort die beiden Plätze Pines und Dunes. Aber auch die großen Golf-Meister haben ihre Visitenkarte in Form von tollen Golf-Anlagen hinterlassen. Colin Montgomerie mit dem Papillon-Golfclub und Nick Faldo beim Cornelia-Resort mit Prince-, Queen- und Kings-Course. Als derzeit letztes, etwas abseits gelegenes Golfplatz-Highlight: der Lykia-Links Golf-Course.

Wer sich über die Lage, die Clubs, die Bahnen etc. ein gutes Bild verschaffen will, dem sei der "Golfplatz-Führer Belek" von Bentour-Swiss empfohlen. Dem kleinen Heft entstammt auch der obige Lageplan.

Nachtrag 25. Jan. 2012: ein tolles Portal für Golf in der Türkei und - für mich ganz neu - als Startzeiten-Buchungs-Zugang findet ihr hier:

 

National. Tatgolf. Sultan. Pasha.

Blick aus dem modernisierten Clubhaus vom Tatgolf Blick aus dem modernisierten Clubhaus vom Tatgolf

Beginnen wir dort, wo die ältesten Golfplätze liegen. Der National Golf Club ist der einzige, bei dem Clubmitglieder eine gewisse Bedeutung haben. Alle anderen Anlagen sind im Prinzip typische Urlaubs-Golfplätze. Der National wurde 1994 eingeweiht, ist äußerst abwechslungsreich, hat viel Wasser und ist mal enger, mal etwas weiter. Nicht immer eben. Die lange 4 ist schmal, neigt sich links zum Wasser und rechts zum Wald. Schwer auf Kurs zu bleiben. Die 18 ist ein wunderschönes Schlussloch - besonders in der Abendsonne.

 

Tatgolf hat 3 x 9 Loch. Bei drei, vier Bahnen ist das Meer in Sichtweite. Weitläufig, manchmal windig vom Meer, aber meist flach. Reichlich Seen, Bäche, Teiche. Aber auch ein paar schöne Hügel-Abschläge. Das Clubhaus wurde im Sommer 2010 sensationell modernisiert, ebenso die Driving Range im Winter 2011.

 

Sultan und Pasha sind zwei sehr schöne Anlagen, kompakt um das zentrale Clubhaus zentriert und stark frequentiert. Aber das sind im Winter ja eigentlich alle Plätze. Früh buchen lohnt sich. Pasha ist gnädig - da kann man schon mal sein Handicap spielen. Sultan muss man erst kennen lernen. Früher habe ich schon mal 15 Bälle auf einer Runde verloren. Heute weiß man, wo Defensivspiel belohnt wird.

 

Kleiner Tipp zur Hotel-Wahl: wer schwerpunktmäßig die oben genannten Plätze spielen möchte, ist idealerweise im Sirene-Golf und Wellnes-Resort (preisattraktiv bes. mit all-in-one) oder im Kempinski (nobel, für Anspruchsvolle) untergebracht. Sultan und Pasha gehören zu diesen beiden Hotelresorts, National und Tatgolf werden ebenfalls mit Hotel-shuttle angefahren. Wir haben in den letzten drei Jahren das Sirene über h&hgolf.de gebucht  und waren sehr zufrieden (Sirene wurde 2010/2011 umfassend renoviert).

 

Tipp zur Bildbetrachtung: unter dem großen Bild ist ein schwarzer Balken. Ganz rechts sind zwei Zeichen. Wird das zweite von rechts angeklickt, erscheinen alle Bilder im Bildschirm-Vollformat.

 

Kaya Eagles, Carya und Sueno Pines & Dunes

Markant. Der See vor dem Sueno-Resort Markant. Der See vor dem Sueno-Resort

Die Plätze im mittleren Bereich. Manchmal sieht man die Nachbar-Anlagen, aber meist ist trotz der Dichte jeder Golf-Course ein echtes Unikat. Mit viel Platz, viel alten Bäumen, reichlich Wasser und schönen Clubhäusern.

 

Caya Eagles kann man sich deshalb gut merken, weil man auf einigen Bahnen einen Hotel-Rohbau mit Kran sieht, der wohl schon vor der Baugenehmigung begonnen und später gestoppt wurde. Unschön, ja hässlich - aber das Golfspiel muss darunter nicht leiden. Der 18-Loch-Platz hat alles, was das Herz begehrt. Beim zweiten oder dritten Besuch hat man sich an das merkwürdige Gebäude schon gewöhnt. Große Driving Range, tolles Clubhaus, schöne Terrasse.

 

Carya klingt ähnlich, ist aber ganz anders. Besonderes Merkmal: die großen Bunker mit sehr weißem Sand. Und der Ehrgeiz, mit vielen fleißigen einheimischen Arbeitskräften größere Heidekraut-Flächen anzulegen. Lange Bahnen, auch breit, gut für Longhitter. Die Bälle im Pinienwald sind immer zu finden. Nur das lange Wasser an 9 und 10 oder auf den Back-Nine die Bahnen 14, 15 und 16 können zu Ballschluckern werden. Ein Genuss ist die zum Clubhaus ansteigende 18, wo sich die Terrassengäste die letzten Mühen der Folge-Flights anschauen. Aber das Carya-Clubhaus ist auch sonst ein Bauwerk, dass wir mit Staunen und Anerkennung durchschreiten. Waaahnsinn. Exklusiv. Edel. Nobel. Der Drink hier muss einfach sein. Und der Schuhputzer freut sich, Eure Golfschuhe zwischenzeitlich wieder auf Hochglanz zu bringen.

 

Sueno Pines und Sueno Dunes liegen so unmittelbar am Sueno-Hotel, wie bei keinem anderen Golfresort. Hier gehts zu jedem Tee 1 bequem mit wenigen Schritten. Oder man genießt den Blick aus dem Hotel direkt auf die umliegenden Grüns mit dem großen See. Selbst der Fitness-Raum ist mit seinen Trainingsgeräten in Blickrichtung ankommende Golfer ausgelegt. Beide Plätze sind sehr schön und liebevoll gestaltet. Viel Wald, aber nicht zu dicht. Viele große Pinien und einiges Wasser. Auffallend sind die stark hügelig ondulierten Fairways. Da muss man sich mit dem Stand sorgfältig positionieren.  Das Hotel ist nicht ganz so groß und zum Strand (wer denn dort hin will) muss man etwas länger laufen (ca. 200 bis 300 m).

Ergänzung Dez. 2011: Kurzfilm vom Dunes-Course am letzten Tag des Jahres. Bitte hier klicken.

Ergänzung Jan. 2012: Kurzfilm vom Pines-Course am 19.12.2011 und ein Blick ins Gloria Serenity ist hier zu sehen.

 

Faldo-Platz im Cornelia-Club. The Montgomerie im Papillon.

Very british: Monti-Clubhaus mit Kamin Very british: Monti-Clubhaus mit Kamin

Beide Plätze sind relativ neu und nicht billig. Cornelia-Golf gibts seit Nov. 2006, The Montgomerie seit Sep. 2008. Fährt man auf der Straße von Kadrye nach Belek dran vorbei, sehen sie auch richtig schwer aus. Und so hatten es auch Freunde geschildert. Egal - wer Belek-Golf liebt, muss auch diese Anlagen kennen. Für uns war es 2010/11 soweit.

 

Cornelia-Golf hat dreimal 9 Loch um das zentrale, edle Clubhaus. Den Prince-, den Queens- und den Kings-Course. Wie es sich für einen royal Golf-Star wie Nick Faldo gehört. Wir haben den Prince- und Kings-Course gespielt. Am 7. Januar war tolles Wetter, aber gegen 8:30 noch Raureif auf den ersten Löchern. Also, das gibt es auch schon mal. Dann aber konnten wir starten und eine landschaftlich wundervolle und toll designte Anlage genießen. Ein Parkland-Course wie aus dem Bilderbuch. Und als am Schlussloch die Nachmittagssonne das Fairway beleuchtete, ging einem einfach das Herz auf. Fazit: tolle Anlage, nicht so schwer, wie befürchtet. Sollte man gespielt haben. Übrigens: Tolles Clubhaus, genauso wie auch das Clubgebäude auf der Montgomerie-Anlage.

Nachtrag Jan. 2012: kleines Video (Loch 19 - 27) seht ihr hier

 

The Montgomerie im Papillon Golf Club ist ein 18-Loch-Championship Platz mit sehr langen Bahnen, sehr großen Bunkern und Waste areas und einigen großen Wasserflächen. Vergleichbar schöner Parkland-Course, nur die Bahnen vier bis sieben (entlang der Belek-Straße) sind durch die Verkehrs-Geräusche etwas beeinträchtigt. Die kleinen hübschen Einzelvillen, die man von der Straße aus sieht, scheinen - zumindest im Winterhalbjahr - nicht genutzt und werden schon wieder renoviert. Aber im Sommer sind die Urlaubsgolfer ja meist in der Heimat, oder?

Nachtrag Januar 2012: Kurzvideo Montgomerie sehr ihr hier.

Gloria New & Old, Nobilis und LykiaLinks

Altes Gloria-Clubhaus mit Putt- und Pitch-Grün Altes Gloria-Clubhaus mit Putt- und Pitch-Grün

Gloria Golf-Resort. Das war seit Ende der 90er Jahre unser Non-plus-Ultra für das Überwintern im Golf-Paradies Belek. Halt, davor waren wir das erste Mal im Adora, aber danach war lange Jahre das Gloria unser Top-Favorit. Anfangs war das Golfplatzangebot ja noch deutlich kleiner als heute. National öffnete 94, Tat-Golf und Gloria 1997 und Nobilis 1998. Später kam noch das Gloria-Verde als Hotel und 9-Loch-Platz dazu.

Im Bild rechts deshalb als Erinnerung das alte Gloria-Clubhaus, etwa dort, wo sich später das Gloria Serenity ausgebreitet hat.

 

Gloria-Golf New und Old Course sind sehr schöne Parkland-Plätze, wobei der Old Course auf einigen Bahnen recht eng ist und auch gute Abschläge öfter mal in den Bäumen hängen bleiben. Es gab in den letzten Jahren einige Umbauten durch den Neubau Gloria-Serenity und die Umstellung der Bahnen im Zusammenhang mit dem New-Course und den jetzt sehr großzügigen und vorbildlichen dortigen Übungsanlagen. Das neue Clubhaus ist in Architektur und Angebot eine Augenweide. Ich hoffe, die Bilder belegen das ein bisschen.

 

Nobilis kennen wir schon aus einer Zeit, als Robinson dort noch nicht vertreten war. Jetzt ist man mit diesem starken Partner sicher noch besser aufgestellt. Der Platz wurde 98 eingeweiht und kann als bildschöner Kurs bezeichnet werden. Wasser, Wald und Bunker hindern reichlich am niedrigen Score, dennoch ist die Anlage nach einigem Kennenlernen so zu bewerten, dass man hier sein Handicap bestätigen kann (was uns sonst nicht so oft in der Türkei gelingt, ehrlicherweise).

 

LykiaLinks sei der letzte Beitrag gewidmet. Er ist anders als alle anderen. 2007 wurde er eröffnet. Ein Links-Course mit Meeresblick und Meereskontakt. Dazu Dünen, viel Sand, kräftig Wind - aber breite, lange Fairways mit nur ganz wenigen Olivenbäumen. Die waste areas sind riesig groß und die zahlreichen Bunker verdammt tief. Für Longhitter das reinste Vergnügen - solange man auch gerade ist. Naja.

Anders ist aber auch die Lage des Platzes. Was die Skizze ganz oben nicht verrät: LykiaLinks liegt zwar wie die anderen Golfplätze auch am Strand und Meer, wird aber durch einen Gebirgs-Zufluss hinter dem Nobilis von den anderen Anlagen getrennt. Deshalb muss man meist ca. 40 min. Shuttle-Fahrt einplanen. Es geht von Belek zurück zur Schnellstraße, dann einige km darauf in Richtung Side, um nach der großen Flußbrücke wieder über kleine landwirtschaftliche Straßen und Dörfer zum Meer abzubiegen. Ein Solo-Platz also. Aber unbedingt empfehlenswert. Und wer im Herbst den Golf-Urlaub mit einem Bade-Komfort-Aufenthalt im Lykia-World-Resort verbindet, hat gut gewählt. Da wir im Herbst 2010 mit der Seniorenmannschaft einen 6-tägigen Aufenthalt gewannen (CMT-Gewinn 2010) könnt ihr die Bilder als umfangreiches picasa-Webalbum hier zusätzlich durchstöbern. Es lohnt sich. In der Diaschau unten sind nur ein paar Bilder vom Platz, im Webalbum dafür 190, incl. Lykia-World-Resort, Strand etc.

 

Tipp zur Bildbetrachtung: unter dem großen Bild ist ein schwarzer Balken. Ganz rechts sind zwei Zeichen. Wird das zweite von rechts angeklickt, erscheinen alle Bilder im Bildschirm-Vollformat.

Lohnender Tipp zur Hotelauswahl

Top-Tipp für Urlaubs-Genießer und Golffreunde: das Gloria Serenity Resort. Top-Tipp für Urlaubs-Genießer und Golffreunde: das Gloria Serenity Resort.

Golf-Urlaub an der türkischen Riviera. Wohl zum 15. Mal verbringen wir unseren Golf-Weihnachtsurlaub im diesmal nicht ganz so sonnigen Belek. Neu in diesem Jahr (2011/2012): statt einem Hotel für drei Wochen, haben wir uns für drei Hotels entschieden. Und weil das Sirene Golf Resort am 3. Januar noch nicht bezugsbereit war, gab es noch einen Zwischenstopp im Kempinski The Dome. So ergab sich ein spannender, abwechslungsreicher Aufenthalt. 12x Tee-Times gebucht und abgespielt. Von Gloria bis Tatgolf. Hier im Video aber speziell nur der optische Vergleich zwischen Gloria Serenity (nobel, sehr guter Service, perfekt gestylt) über Cornelia Diamond (riesengroß, Wahnsinns-Büffets, tolle Küche) Kempinski The Dome (tolle Architektur, nobles Innenleben, gute Küche, im Winter etwas wenig Betrieb) und abschließend das renovierte Sirene Golf Resort (Eingang, Halle, Bar, Restaurant und Büffets völlig neu gestaltet, moderner und sehr geschmackvoll).
Aufnahmen mit Panasonic Lumix Reise-Zoom TZ 22 (die praktische Taschen-Cam für Reise, Golf und mehr). Geschnitten auf dem iPad mit ReelDirector.